Wandern auf geschichtsträchtigen Pfaden:
Gauherbstwanderung in Ensingen
Am 10. Oktober 2026
VAIHINGEN-ENSINGEN. Die Gauherbstwanderung des Stromberg-Gaus im Schwäbischen Albverein verwandelte Ensingen trotz unbeständigen Wetters in ein lebendiges Zentrum für Wanderbegeisterte. Für die ausrichtende Ortsgruppe Ensingen war das Großereignis ein weiterer Höhepunkt in ihrer Vereinsgeschichte und bot den idealen Rahmen, um die landschaftliche, historische und wirtschaftliche Vielfalt des Ortes zu präsentieren.
Trotz des unbeständigen Wetters ließen sich die Wanderfreunde die Laune nicht verderben. Zum Auftakt auf dem historischen Marktplatz begrüßten der Ensinger Vorsitzende Manfred Müller und die Gauvorsitzende Christel Krumm die Anwesenden herzlich. Die Resonanz war erfreulich: Die Wanderung wurde wie vorgesehen in zwei geplanten Routen-Variationen durchgeführt, an denen jeweils rund 15 Teilnehmer pro Gruppe mitwanderten.
Als fachkundige Leiter fungierten Wanderführer Bernhard Link und Manfred Müller. Die Wege führten die Gruppen unter anderem direkt durch den historischen Ortskern, vorbei an der markanten Veitskirche, deren mächtiger Chorturm einst als Wehranlage zum Schutz der Bürger diente. Ein weiteres Highlight war die Ruine Schreckenstein: Die geschichtsträchtigen Überreste der einstigen Burganlage erinnern an die strategische Bedeutung Ensingens im Mittelalter, als von hier aus die alten Handelswege über den Stromberg überwacht wurden. Ihr Name leitet sich übrigens vom historischen „Schreckstein“ ab, einem alten Grenzstein an einer markanten Geländestufe (mittelhochdeutsch für „hervorragender Stein“), um den sich im Volksmund düstere Raubrittersagen ranken.
Die Routen machten auch die wirtschaftlichen Säulen des Ortes erlebbar: Die Wanderer durchquerten die malerischen Weinberge der Einzellage „Schanzreiter“, wo heute noch auf rund 25 bis 30 Hektar bester Lemberger und Trollinger angebaut wird. Zudem blickte man auf das Gelände der überregional bekannten Ensinger Mineral-Heilquellen, dem bedeutenden Wirtschaftsmotor der Gemeinde, der jährlich über 120 Millionen Liter des berühmten „Ensinger Sprudels“ abfüllt.
Die geschichtsträchtige Kulisse passte perfekt zum Rahmen des Tages: Die Ortsgruppe kann stolz auf ihr 125-jähriges Bestehen blicken – nachdem vor zwei Jahren bereits das große 100-jährige Jubiläum des Eselsbergturms gefeiert wurde. Über die idyllischen Klosterseen ging es schließlich für beide Gruppen hinauf zum gemeinsamen Ziel und Endpunkt am Eselsbergturm. Während das weithin sichtbare Wahrzeichen, dessen Name sich von der historischen Burg der Herren von Eselsberg ableitet, regulär nur an Sonn- und Feiertagen bewirtschaftet wird, öffnete das Hüttenteam für die Samstags-Wandergruppe eine Sonderbewirtschaftung. Bei gemütlicher Einkehr ließen die Teilnehmer den Tag hoch oben ausklingen.
Ein großes Dankeschön gilt den Ausrichtern und der Ortsgruppe Ensingen für das herausragende Engagement und die perfekte Organisation dieses rundum gelungenen Wandertages.