
Unter der Leitung der Gauvorsitzenden, Christel Krumm, führte die Wander- und Kulturreise nach Tschechien/Südböhmen. Christel ist bei allen Teilnehmern bekannt für ihre Überraschungen, die sie immer wieder in das Programm einbaut. Und so wurden wir gleich bei der Ankunft im Schlosshotel in Zdikov mit Kaffee und Kuchen empfangen – ein gelungener Auftakt.


Täglich durften wir die Schönheit des Böhmerwaldes bei Wanderungen oder Besichtigungen erleben. Die erste Tour führte mit Wanderführer Jiri in die Vydra-Schlucht. Das Wasser des Flüsschens bildet kleine Wasserfälle und Strudel. Mächtige Felsblöcke liegen im Flussbett, auf denen manchmal ein Urlauber die Sonne genießt. Sieben Kilometer lang führte der Weg durch diese malerische Strecke.


Zur Abwechslung stand am nächsten Tag eine Führung durch die historische Altstadt von Krummau auf dem Programm. Die Stadt liegt in einer Flussschleife der Moldau, überragt von der mächtigen Schlossburg mit einem der größten noch erhaltenen barocken Schlosstheater. Unter der Mantelbrücke hindurch gelangt man durch enge Gässchen hinauf zum Marktplatz, dessen Zentrum eine Mariensäule bildet. Zahlreiche kleine Galerien erinnern an den Maler Egon Schiele, der einige Jahre in Krummau verbracht hat. Herrlich war auch der Blick vom hochgelegenen Aussichtsplatz hinunter auf die Moldau. Nach der politischen Wende 1989 wurde die heruntergekommene Stadt umfassend saniert und ist heute UNESCO Weltkulturerbe. Am Nachmittag schwebten wir mit der Sesselbahn hinauf auf den Berg Klet. Auf 1070 m Höhe steht dort die höchstgelegene Sternwarte Tschechiens. Wir durften durch ein riesiges Linsenfernrohr schauen und erkannten einen Teil der Sonne.


Durch das Biosphärenreservat Sumava/Böhmerwald fuhren wir ins österreichische Mühlviertel zu einem weiteren Highlight der Reise, dem Schwarzenberger Schwemmkanal. Im 18. Jahrhundert wurde ein Kanal angelegt, auf dem das Brennholz für die Stadt Wien über eine Strecke von über 50 km geschwemmt wurde. Wir durften uns eigenhändig von der schweren Arbeit überzeugen, zuvor gab es wieder eine Überraschung: ein zünftiges Vesper stärkte uns für die Aufgabe des Schwemmens.

Noch eine schöne alte Stadt gibt es in Südböhmen. Budweis ist vor allem durch seinen großzügigen Marktplatz bekannt. Ein majestätisches Rathaus und elegante Bürgerhäuser umgeben den Platz. Natürlich konnten wir Budweis nicht ohne Bierverkostung verlassen. Während einer Brauerführung erfuhren wir viel über die Herstellung des Biers und durften am Ende auch alle einen kühlen Trunk probieren. Unser nächstes Ziel war Holasovice, das schönste Dorf Böhmens. Höfe im südböhmischen Bauernbarock gruppieren sich um einen weitläufigen Dorfanger. Und auch hier gab es mal wieder eine Überraschung: wir freuten uns über Zwetschgendatschi mit Kaffee.


Zum Abschluss des Tages fuhren wir mit dem Bimmelbähnle hinauf zum Schloss Hluboka oder Frauenberg. Das romantische Schloss ist dem englischen Windsor Castle nachempfunden. Wir wurden durch die Räume der Fürstin Eleonore geführt. In jedem Zimmer entfaltet sich eine unglaubliche Pracht an Schnitzereien, Wandteppichen, Kronleuchtern, Intarsienschränken und Deckengemälden. Die Ausstattung des Ludwigsburger Schlosses nimmt sich dagegen bescheiden aus. Der letzte Wandertag mit Jiri hielt eine ganz besondere Überraschung bereit: Es gab eine böhmische Spezialität, mit Heidelbeeren gefüllte Hefeknödel, die noch dazu mit Heidelbeerkompott üppig übergossen waren, einfach köstlich!
Wir bedankten uns ganz herzlich bei Christel Krumm für die perfekte Vorbereitung und Durchführung der Reise und ganz besonders für all die kulinarischen Köstlichkeiten. Südböhmen und seine Schönheit werden uns in guter Erinnerung bleiben.